Dienstag, 10. Februar 2015

EU bereitet Ausbau der Atomkraft vor

Kernkraft soll auf Dauer gefördert werden. Gemeinsame Gaseinkäufe der EU-Staaten sind im Grunde nicht geplant. Der Energiebinnenmarkt soll endlich Wirklichkeit werden.

Brüssel. Mit einer Energieunion will die EU die Versorgung der Unternehmen und Bürger auf möglichst umweltfreundliche Art und Weise sicherstellen. Das geht aus dem Entwurf eines noch internen EU-Strategiepapiers hervor, das dem WirtschaftsBlatt vorliegt. Atomkraft wird ausdrücklich als kohlenstoffarme Energiequelle gewürdigt und daher fix in der künftigen europäischen Energiekulisse verankert. Gemeinsame Gaseinkäufe der EU, wie sie EU-Ratspräsident Donald Tusk einst vorgeschlagen hat, sollen höchstens in Ausnahmefällen möglich sein. Der Strommarkt wird neu aufgesetzt, Erneuerbare-Förderungen sollen einheitlicher gestaltet werden. Ein besonderes Augenmerk legt die EU auf den Ausbau der Energieinfrastruktur und Energieeffizienz. Für Drittstaaten ist die Energieunion offen. Präsentieren will EU-Kommissionsvizepräsident Maroš Šefčovič seine Pläne für den Aufbau der Energieunion am 25. Februar.
„Für jene Länder, die sie nutzen wollen, ist Atomkraft eine kohlenstoffarme Energiequelle, die derzeit fast 30 Prozent der gesamten Stromerzeugung in der EU ausmacht“, schreiben Šefčovičs Beamte. „Weil Atomkraft eine so wichtige Rolle spielt, wird die Kommission Forschung und Innovation (in diesem Bereich) weiter unterstützen.“
Dabei beziehen sich die EU-Strategen zwar „zum Beispiel auf nachhaltiges und sicheres Management von radioaktivem Müll und die Verbesserung der nuklearen Sicherheit“. Doch spätestens seit der Bewilligung britischer Staatsbeihilfen zum Neubau eines Kernkraftwerks in Hinkley Point ist klar, das ein anderes Beispiel eben der Ausbau der Atomkraftkapazitäten ist. Ganz explizit führt die EU-Wettbewerbsbehörde den kohlenstoffarmen Status der Kernkraft als Grund für die Zulässigkeit der Subventionen an.

Quelle: http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/europa/4658263/EU-bereitet-Ausbau-der-Atomkraft-vor?_vl_backlink=%2Fhome%2Findex.do

Donnerstag, 5. Februar 2015

Eine Nation, die etwas auf sich hält, muß die Kernenergie meistern!

Boliviens Vizepräsident Alvaro Garcia Linera erklärte am 21. August 2014 in einer mitreißenden Rede zum Abschluß des VII. Internationalen Kongresses Öl und Gas in Santa Cruz: 

Eine Nation, die etwas auf sich hält, muß die Kernenergie meistern!
„Sowohl Nutzung als auch Ausbildung im Bereich der Kernenergie fallen in unsere gesellschaftliche und staatliche Verantwortung. Wir haben diese Entscheidung getroffen und wir werden uns von ihr leiten lassen. In den kommenden Jahren werden wir ein Programm für die friedliche Nutzung der Kernenergie, verbunden mit medizinischen und landwirtschaftlichen Zielen, einführen. Wie auch immer es aussehen wird, wir werden eine Elite, einen Kern von Denkern haben, die weltweit mit den entsprechenden Fachleuten verbunden sein werden. Das wird Bolivien ermöglichen, daß Feuer des 21.Jahrhunderts, die Kernenergie, zu entdecken und zu nutzen.
Und Kernenergie ist das Feuer des 20. und 21. Jahrhunderts. Es ist jenes Feuer, welches unsere Vorfahren vor 20.000 Jahren nutzten und welches ihnen erlaubte Philosophie, technische Wissenschaften, Kultur und Landwirtschaft zu betreiben. Kenntnisse über das Atom, seine Regelmäßigkeiten und seine Funktionen sind der Prüfstein des 20. und 21. Jahrhunderts, der fundamentale Kern des neuen Wissens und neuer Technologien, neuer Theorien und neuer Produktionsweisen.
Bolivien kann nicht an der Peripherie bleiben, wenn es wahr ist, daß die Kenntnisse über das Atom… das heilige Feuer des 20. und 21. Jahrhunderts sind, im gleichen Sinne wie es das Feuer der Jäger und Sammler vor 20.000 Jahren war. Eine Gesellschaft die heutzutage geachtet wird – und wir halten unsere Selbstachtung hoch – kann nicht am Rande stehen. Und wir werden nicht am Rand bleiben. …
Feuer an sich ist nicht zerstörerisch, genausowenig wie die Kernkraft. Es kann eine kreative, produktive Kraft des Lebens oder eine zerstörende Kraft sein.
Kernenergie existiert unabhängig von uns. Diese Prozesse finden in der Natur statt, im menschlichen Körper, in physikalischen und chemischen Vorgängen. Die Frage ist, ob wir die Fähigkeit als Gesellschaft haben, diese Kraft zu entdecken, sie zu respektieren und wissen werden, wie wir sie gemeinschaftlich und human zum Nutzen aller einsetzen können…
Laßt uns die geistigen und kolonialen Ketten brechen; brecht sie! Laßt es uns wagen, die Höhle zu verlassen, wie es unsere Vorfahren vor 20.000 Jahren getan haben. Laßt es uns wagen, unsere Verantwortung vor der Welt, vor unserer Geschichte und unserer Gesellschaft zu übernehmen. Kenntnisse über die Kernenergie sind Kenntnisse über das ABC der Natur…
Bolivien hat die technische, wissenschaftliche und moralische Verpflichtung, für diese grundlegende Kraft der Natur, die Verantwortung für ihre Nutzung und ihre nutzbringende Entwicklung zu übernehmen.
Es macht keinen Unterschied wie lange es dauert. Wir werden es machen, weil wir davon überzeugt sind, daß wir damit die Bedingungen für die technologische Entwicklung der Bolivianer für die nächsten 400-500 Jahre festigen können.“